Kirchliches


Die Bruderschaft und die kath. Kirche

In §1 der Satzung heißt es, „(…) die St. Sebastianus-Junggesellen-Bruderschaft ist eine katholische Vereinigung zu dem Zwecke unter besonderer Verehrung des

heiligen Sebastianus nach christlicher Vollkommenheit zu streben, insbesondere das Gebot des caritativen Dienstes am Nächsten und den Brudersinn zu fördern (…)“.

Damit definiert die Bruderschaft sich eindeutig selbst als christlich-katholische Vereinigung, die nach dem altem Kirchenrecht des „Codex Iuris Canonici“ eine „Confraternitas“ (Bruderschaft) als Vereinigung von Klerikern oder Laien und danach bestrebt ist, ein Leben höherer Vollkommenheit zu pflegen, den Gottesdienst und die christliche Lehre zu fördern oder andere Apostolatswerke,  Werke der Frömmigkeit oder der Caritas zu betreiben. Der neue Codex von 1983 nennt den Begriff „Bruderschaft“ zwar nicht mehr – wohl aber noch den Verein von Gläubigen (CIC 298).

Natürlich nimmt das Weltliche einen Großteil des bruderschaftlichen Lebens ein – doch bleibt die Bruderschaft Ihrem in der Satzung festgeschriebenen christlich-katholischen Ursprung treu.

So finden regelmäßig  Bruderschaftsmessen für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft statt. Diese Messen genießt regen Zulauf der Sebastianer. Gerne treffen die Bruderschaftsmitglieder sich zur Messe. Anschließend wird der weitere Verlauf dieses Freitagabends geplant.

Auch der Besuch der Messe und der Prozession zu Fronleichnam ist für die Bruderschaft obligatorisch. Bei der Prozession kommt den Fähnrichsbegleitern die Ehre zuteil, den „Himmel“ tragen zu dürfen, unter dem in der Monstranz das Allerheiligste mitgeführt wird. Die restlichen Mitglieder dürfen direkt hinter dem Himmel die Prozession begleiten. Auch die Bruderschaftskerze wird zu diesem Anlass in der Prozession mitgeführt.
Die anlässlich des Pfarrpatronziniums im September stattfindenden Messen und die  Prozession werden natürlich auch von der Bruderschaft besucht. Bei der Prozession gilt das gleiche wie an Fronleichnam.

Bei den Bruderschaftsmessen zu Fronleichnam (sollte die Prozession ausfallen), zum Patronatsfest im Januar und zum Pfarrpatrozinium im September kommt dem König und seinen Begleitern sowie den Brudermeistern die Ehre zuteil, im Chor in der Bank neben dem Ambo stehen zu dürfen. Selbstverständlich ist auch, dass die Brudermeister sich am Gottesdienst beteiligen, indem sie die Lesung und die Fürbitten halten.
Auch eine Fahnendeputation ist für diese Messen selbstverständlich. Die Fähnriche nehmen Ihre Plätze rechts und Links vor dem Chor ein.
Zu vielen Gelegenheiten wird die Kirche außerdem zusätzlich mit den beiden älteren Schwenkfahnen der Bruderschaft von 1972 und 1947 geschmückt.

Auch für die Teilnahme an Hochzeiten oder Beerdigungen von aktiven und ehemaligen Mitgliedern gelten besondere Regeln, die von der Bruderschaft und ihren Mitgliedern eingehalten werden.

Darüber hinaus findet einmal jährlich ein Einkehrtag der vier befreundeten Bruderschaften, der St. Sebastianus Junggesellenbruderschaft Oberdollendorf, der St. Sebastianus Junggesellenbruderschaft  Königswinter, der Jesus Maria Josef Junggesellen Schützenbruderschaft Oberkassel und natürlich der St. Sebastianus Junggesellenbruderschaft Niederdollendorf statt. Dieser Termin, regelmäßig von einer anderen Bruderschaft organisiert und von unterschiedlichen Geistlichen geleitet wird i.d.R.  unter ein aktuelles Motto gestellt zu dem immer wieder interessante und lehrreiche Diskussionen und Gespräche stattfinden.

Es gilt satzungsgemäß, dass jeder Bruder treu seine christlich-religiösen Pflichten erfüllen muss. Unter anderem sind die Mitglieder der Bruderschaft nach §5 der Satzung verpflichtet, an der Generalkommunion anlässlich des Sebastianustages teilzunehmen, die von der Bruderschaft bestellten Gottesdienste zu besuchen und an der Beerdigung verstorbener Mitglieder beizuwohnen. Kommt ein Bruder seinen Verpflichtungen ständig und dem Vorstand und den Mitbrüdern gegenüber unentschuldigt nicht nach, muss der Vorstand über den Ausschluss aus der Bruderschaft beraten.

Aber auch zu Messen und Terminen, deren Besuch in der Satzung nicht explizit vorgeschrieben wird, treffen sich aktive und ehemalige Sebastianer häufig. So natürlich zu den Hochämtern wie Ostern, Pfingsten oder Weihnachten aber auch in der „normalen“ Freitags-, Samstags- oder Sonntagsmesse in unserer Pfarrkirche St. Michael oder in der zur Niederdollendorfer Pfarrgemeinde gehörenden Kapelle St. Peter auf dem Petersberg.

Die enge Verbindung der Bruderschaft mit der katholischen Kirche kann nicht zuletzt auch aus dem §14 der Satzung, den Auflösungsbestimmungen, herausgelesen werden.
Dort heißt es unter Anderem, ein „(…) Auflösungsbeschluss ist nur wirksam, wenn die Zustimmung der katholischen Kirche vorliegt.
Im Falle einer Auflösung gehen Besitz und Vermögen der Bruderschaft in den Besitz der katholischen Kirchengemeinde St. Michael Niederdollendorf über (…)“.

Daniel Schaefer, 2004